Selbstfürsorge und Stressbewältigung für Betreuungskräfte
Belastungen im Betreuungsalltag
Betreuungskräfte in der OGS arbeiten unter anspruchsvollen Bedingungen: große Gruppen, hoher Lärmpegel, emotionale Belastung durch Kinder mit schwierigen Lebenssituationen, unzureichende Personalausstattung und oft befristete oder schlecht bezahlte Arbeitsverträge. Studien des DJI zeigen: Die Arbeitszufriedenheit im Ganztag ist hoch, aber die Belastung auch.
Stressoren erkennen
Typische Stressoren: Zeitdruck (kurze Übergänge, parallele Aufgaben), Lärm (dauerhaft über 80 dB in Gruppenräumen), emotionale Anforderungen (Konflikte, Kinderschutzfälle), fehlende Pausen und mangelnde Wertschätzung. Warnsignale für chronischen Stress: Schlafstörungen, Reizbarkeit, Rückzug von Kolleg*innen, häufige Krankheit.
Strategien für den Alltag
- Mikropausen: 5 Minuten bewusst durchatmen, Fenster öffnen, Tee trinken
- Kollegiale Beratung: Regelmäßiger Austausch im Team über belastende Situationen
- Supervision: Professionelle Reflexion (trägerfinanziert, mindestens vierteljährlich empfohlen)
- Abgrenzung: Dienstliche Probleme nicht mit nach Hause nehmen — bewusstes Ritual am Feierabend
- Fortbildungen: Nicht nur fachlich, auch zur eigenen Gesundheitsförderung
Strukturelle Rahmenbedingungen
Selbstfürsorge ist nicht nur individuelle Aufgabe — der Träger muss Rahmenbedingungen schaffen: feste Pausenzeiten, Lärmschutzmaßnahmen (Akustikdecken, Raumteiler), Teamzeiten für Planung und Reflexion, ein betriebliches Gesundheitsmanagement und Vertretungsregelungen die funktionieren.
Quellen: - DJI (2022): Arbeitsbedingungen im Ganztag — Ergebnisse der StEG-Studie - DGUV Information 202-093: Psychische Belastungen am Arbeitsplatz Schule - BZgA (2023): Lehrkräftegesundheit — Prävention und Gesundheitsförderung - GEW (2023): Arbeitsbelastung in der Ganztagsbetreuung — Positionspapier - Schaarschmidt, U. (2020): Halbtagsjobber? — Psychische Gesundheit im Lehrerberuf. Beltz