Elternarbeit in der Ganztagsbetreuung
Erziehungspartnerschaft statt Elternarbeit
Der Begriff Erziehungspartnerschaft hat den älteren Begriff „Elternarbeit" in der Fachliteratur weitgehend abgelöst. Er betont die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen pädagogischem Personal und Familien. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) definiert Erziehungspartnerschaft als einen „kontinuierlichen Dialog auf Augenhöhe", in dem beide Seiten ihre Kompetenzen einbringen.
Kommunikationsformen in der OGS
Bewährte Formate für den Austausch: Tür-und-Angel-Gespräche (kurz, aber regelmäßig), Entwicklungsgespräche (halbjährlich, strukturiert), Elternabende (thematisch, nicht nur organisatorisch), digitale Kommunikation (Eltern-App, E-Mail) und ein transparentes Beschwerdemanagement. Wichtig: Informationen über das Kind sollten immer wertschätzend formuliert werden — keine Defizitberichte.
Interkulturelle Elternarbeit
In Grundschulen mit hoher kultureller Vielfalt ist kultursensible Kommunikation essenziell. Konkret bedeutet das: Informationsmaterial in mehreren Sprachen, Dolmetscher bei Bedarf, Verständnis für unterschiedliche Erziehungsvorstellungen und niedrigschwellige Angebote wie Elterncafés oder Familiennachmittage.
Elternmitarbeit im Betreuungsalltag
Eltern können aktiv eingebunden werden: als Expert*innen für Projekte (Berufe vorstellen, Kochen, Handwerk), bei Festen und Ausflügen, in Elternbeiräten oder als Lesepaten. Diese Beteiligung stärkt die Bindung an die Einrichtung und gibt Kindern das Signal: „Meine Familie ist hier willkommen."
Quellen: - DJI (2021): Erziehungspartnerschaft — Zusammenarbeit mit Familien im Ganztag - KMK (2023): Qualitätskriterien für den Ganztag — Kooperation mit Eltern - Stange, W. et al. (2012): Erziehungs- und Bildungspartnerschaften. Springer VS - Bundesverband der Familienzentren: Elternarbeit in Bildungseinrichtungen